Veröffentlicht am Mi., 1. Jun. 2022 12:26 Uhr

Porträt-Interview mit Wolfgang Determann

Wolfgang Determann verbrachte die erste Hälfte seines Berufslebens als selbständiger Buchhändler in Heilbronn am Neckar, die zweite als selbständiger Verlagsvertreter in Bayern. Als Rentner nach Berlin gezogen, kam er mit der Gemeinde Halensee in Kontakt und engagiert sich hier u.a. beim Bibelgespräch, in der Gottesdienstvorbereitung und im Besuchsdienst.

Was und wer hat Sie religiös geprägt?

Da kann ich mehrere Menschen nennen. Zuerst auf jeden Fall: Meine Omi. Heute ist mir klar, dass die Art, wie sie ihren Glauben gelebt hat, vorbildlich war. Prägend war außerdem ein langjähriger Religionslehrer. Von großer Statur, polierte Vollglatze, zitternde rechte Hand, Kettenraucher, kriegsbeschädigt, mit einer tragenden Stimme (vorsichtig ausgedrückt). Ein begeisterter Interpret der französischen Existenzphilosophie. Um den christlichen Glauben ging es auch im Unterricht. Und wie man mit Zweifeln umgeht. Schließlich noch die Begegnung mit zwei Männern, die etwas ganz anderes gelernt hatten und dann Pfarrer wurden. Denen tatsächlich eine Berufung widerfahren war, die ihr Leben völlig umgekrempelt hat. Einer war ein Onkel, auch mit Vollglatze und dröhnendem Bass, die riesigen Hände passten zum Schreiner. Ein Prediger, der auf Jugendfreizeiten Hunderte von Kids fesseln konnte. Der andere war Bäcker gewesen und leitete in seinem zweiten Leben als Pfarrer ebenfalls mit viel Engagement Freizeiten, Zeltlager und Skiausflüge. Der sah klug über die kleinen Unbotmäßigkeiten (Tabak, Alkohol) der schwierigen Altersklasse hinweg und gewann ihre volle Aufmerksamkeit, wenn es um die großen Themen ging.

2   Was ist Ihnen am Glauben wichtig?

Die praktische Umsetzung im wirklichen Leben. Wie das geht, kann man sich hier vor Ort Tag für Tag anschauen, zum Beispiel bei Laib und Seele.

3  Wie sind Sie in die Halensee-Gemeinde gekommen

Mit dem Möbelwagen nach Berlin, und dann nach langer Pause wieder eingetreten in die Kirche. Die jahrelange Lektüre der Hochmeisterzeitung hat den Wiedereintritt mit Sicherheit beschleunigt.

Was wünschen Sie sich von Ihrer Gemeinde ?

Bin wunschlos glücklich.

Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?

Den Stapel von „Das les ich mal, wenn ich im Ruhestand bin“, den gibt es tatsächlich. Und der ist SEHR hoch. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er zu meinem 120. Geburtstag abgetragen ist. Lebende Musik hören. Richard von Weizsäcker gab mal auf die Frage, was denn für ihn Heimat sei, die wunderbare Antwort : „Philharmonie, Block B, Reihe 2“. Sport gibt’s leider nur noch aus zweiter Hand, das wollen die Knochen so. Und für (Fern-)reisen gibt es nur noch zwei Ziele : Indianersommer in Neu-England, wo ich 1965/66 ein Jahr als Austauschschüler verbringen durfte. Und die wunderschöne Kanareninsel San Miguel de La Palma, auf der ich schon mehr als 30 Urlaube genießen konnte. Ich hoffe, dass die Insel und ihre lieben Menschen sich bald vom Drama des letzten Herbstes erholen.

Was möchten Sie in Ihrem Leben noch machen?

Weiterleben. Weitermachen. Und einmal noch eine Meisterschaftsfeier auf dem Alten Markt in Mönchengladbach!

Das Interview führte Markus Sachse.




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