Veröffentlicht von Timo Wolff am Sa., 28. Nov. 2020 00:00 Uhr

Gottesdienste an Heiligabend auf dem Hochmeisterplatz

Wie wird Weihnachten? So früh wie in diesem Jahr haben sich Pfarrer, Gemeindeleitungen und Gemeindeglieder wohl noch nie mit dieser Frage beschäftigen müssen. Von der Wucht der Pandemie-Ereignisse überrollt, mussten wir im März von heute auf morgen nicht nur unseren alltäglichen Gemeindebetrieb, sondern auch unsere Gottesdienste einstellen. Dem großen Engagement unseres Kirchenmusikers Christian Hagitte, unserer Pfarrer und Lektoren sowie unserer Jugendlichen war es zu verdanken, dass wir nach einer kurzen Schreckenssekunde zu jedem Sonn- und Feiertag Audioandachten über unsere Internetseite anbieten konnten. Am Ostersonntag versammelten sich spontan Gemeindeglieder rund um die Hochmeisterkirche und stimmten unter Einhaltung sehr großzügiger Abstände über die Westfälische Straße hinweg den Osterchoral „Christ ist erstanden“ an und beteten gemeinsam das Vaterunser. An diesem sehr bewegenden Morgen dämmerte vielen, dass auch Weihnachten nicht in der vertrauten Weise würde stattfinden können.

Nach Ausarbeitung eines Hygienekonzepts mit Maskenpflicht, auf Abstand gestellten Kirchenstühlen und Besucherregistrierung können wir – ohne Gemeindegesang – seit Mai zwar wieder Gottesdienst feiern, seit Juli auch mit Abendmahl, und im September konnten wir sogar unter diesen Bedingungen unseren älteren Jahrgang konfirmieren. Die Zahl der Menschen aber, die an Heiligabend normalerweise in der Hochmeisterkirche Weihnachten feiern, ist unter den derzeitigen Vorgaben und Bedingungen nicht vorstellbar. Zu den vier Gottesdiensten, die wir am 24. Dezember 2019 begangen haben, kamen ca. 1400 Besucher.

Um trotz der Covid-19-Pandemie angemessen und mit allen, die wollen, die Heilige Nacht einzuleiten, haben wir uns zu einem vielleicht etwas kühnen Plan entschlossen: Statt der üblichen vier Gottesdienste in der Kirche feiern wir zwei auf dem Hochmeisterplatz: einen Familiengottesdienst um 15:30 Uhr und eine Christvesper um 18 Uhr. Platz und Kirche werden wir beleuchten, die Bühne soll in der Mitte der Wellenwiese aufgebaut werden, die Gemeinde steht mit dem Rücken zum Neubau an der Stelle der ehemaligen Post, also mit Blick auf die Hochmeisterkirche. Für Menschen, denen das Stehen schwerfällt oder denen es körperlich nicht möglich ist, auf die Wellenwiese zu kommen, wollen wir Stühle auf dem erhöhten Bereich am nördlichen Platzende anbieten. Auf dem Gelände besteht Maskenpflicht und wir werden versuchen, die notwendigen Abstände durch geeignete Hinweise auf dem Platz zu gewährleisten.

Zur Kontaktnachverfolgung sind wir verpflichtet die notwendigen Daten der Besucher zu registrieren. Am besten geschieht das vorab über unsere Internetseite. Auf diese Weise erhalten wir auch frühzeitig einen Überblick über die zu erwartenden Besucherzahlen:

Registrierung für den Heiligabendgottesdienst um 15:30 Uhr

Registrierung für den Heiligabendgottesdienst um 18:00 Uhr

Alternativ finden Sie auf der Rückseite der aktuellen Hochmeister Zeitung auch einen Abschnitt zum Ausfüllen und Ausschneiden, den Sie am 24. Dezember am Eingang abgeben können, wo schließlich auch die Möglichkeit besteht, die Kontaktdaten direkt einem Helfer mitzuteilen.

Ich schreibe diese Zeilen Ende Oktober, die Kennzahlen der Pandemie steigen, und was heute möglich erscheint, kann morgen undenkbar sein. Wir planen mit vielen Unbekannten und wissen nicht, was an Weihnachten wirklich möglich sein wird. Deswegen bitten wir Sie, sich in der Woche vor Weihnachten auf unserer Internetseite zu informieren, ob unsere Pläne Wirklichkeit werden: www.kirchengemeinde-halensee.de/weihnachten2020.

Wir gehen ein Risiko ein, auch finanziell – manch einer wird das für zu gewagt halten. Wir meinen: Wir müssen es probieren! Wer, wenn nicht wir, sollte dafür kämpfen, dass die frohe Botschaft von Weihnachten auch verkündet wird: Gott kommt zu uns Menschen. Er kommt verletzlich und schutzbedürftig als Kind in diese Welt, in der Kriege, Klimawandel und Pandemien Bedrohung sein können. Er setzt nicht auf Angst und Gewalt, sondern auf Achtsamkeit und Fürsorge, auf Liebe und Vertrauen. Das feiern und verkünden Christen seit 2000 Jahren und das sollten wir auch und gerade im Jahr 2020 tun.

Timo Wolff

P.S.: Die Kosten für Technik, Bühne und Bewachung belaufen sich auf mehr als 8000
€. Wir sind dankbar für Spenden, um diese Veranstaltungen finazieren zu können.

Sie können hier online Spenden.

Herzlichen Dank!

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